Hintergrundwissen

IDevice Icon Funktion der Schulumgebung

"Präsentation Schulumgebung" Die Präsentation erläutert die Begriffe "naturnah" und "kinderfreundlich" und zeigt die verschiedenen Funktionen einer Schulumgebung.


IDevice Icon Die Schulumgebung ist nicht nur Spielplatz

Pädagogische und ökologische Erkenntnisse zeigen die Wichtigkeit naturnaher Siedlungsgestaltung: Ein natürliches Umfeld leistet einen entscheidend Beitrag zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Ökologisch ausgerichtete, reich strukturierte Siedlungsgestaltung erhöht die biologische Vielfalt markant. Das Naturama Aargau unterstützt Schulen in der Gestaltung von naturnahen und kinderfreundlichen Schulumgebungen.


Naturnahe, dynamische Schulumgebung



Kinder, die regelmässig draussen spielen, können eine Beziehung zur Natur aufbauen und wichtige Primärerfahrungen sammeln. Diese Bewirken, dass sich diese Kinder körperlich, geistig und psychisch ausgeglichener entwickeln und weniger Schwierigkeiten in der Schule zeigen. 70% unserer Bevölkerung wohnt in einem städtischen Umfeld mit stark begrenzten Möglichkeiten für Naturerfahrungen. Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer bevorzugt in einer Befragung, vielfältige, artenreiche Landschaften. Naturnahe Umgebungen und die darin enthaltene Vielzahl an Pflanzen und Tieren wirken sich umfassender auf eine gesunde Entwicklung und unser Wohlbefinden aus, als bislang angenommen.

Biodiversität ums Schulhaus

Messungen der Artenvielfalt über die letzten 15 Jahre belegen einen deutlichen Verlust der biologische Vielfalt im aargauischen Siedlungsgebiet. Zunehmende Überbauung, Verdichtung und Versiegelungen der Siedlungsflächen tragen zum negativen Trend bei. Vielseitige Grün- und Brachflächen verschwinden zunehmend. Naturräume, welche Kindern grundlegende Umwelterfahrungen ermöglichen und kindlichen Bedürfnissen nach Entdeckung, Bewegung, Kreativität oder Sozialspielen entsprechen, sind weitgehend aus dem kindlichen Aktionsradius verschwunden. Auch im ländlichen Umfeld erfahren Lehrpersonen, dass Schülerinnen und Schüler kaum mehr Gelegenheit dazu haben, mit ihren Eltern oder Freunden in den Wald zu gehen oder am Bach zu spielen.

Mehr als ein Spielplatz

Der beschleunigte gesellschaftliche Wandel der letzten Jahre führte zu einem veränderten methodisch didaktischen Verständnis mit weitgehenden Konsequenzen für Schulorganisation und Unterricht. Viele Schulumgebungen, auch neu gestaltete, können mit diesem Wandel nicht Schritt halten und werden den gewachsenen Ansprüchen nicht gerecht. Die meisten Schulareale, Kindergärten und Spielplätze sind konventionell gestaltet. Der Pausenplatz ist viel mehr als ein multifunktionaler Parkplatz oder möblierter Spielplatz.

Interdisziplinäre Erfahrungsräume

Die Schule und ihr unmittelbares Umfeld prägen junge Menschen in einem langen und sensiblen Lebensabschnitt. Daher muss die Schule auch im ökologischen Sinn dem Wertewandel Rechnung tragen. Ein möglichst vielfältiges Lernangebot , nicht nur im Schulzimmer, sondern auch in der Schulumgebung ist gefordert. Es trägt dazu bei, Kindern und Jugendlichen neben sozialen und motorischen auch ökologische Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln. Dazu braucht es naturnahe, gut zugängliche Freiräume mit veränderbaren Elementen, die Kindergarten und Schule interdisziplinär nutzen können. Ein Schulhausplatz ist mehr als ein Ort für Pause und Spiel. Er umfasst Lernräume, Erfahrungsfelder, Naturflächen, Bewegungslandschaften und Erholungsräume.


Angebot naturnahe und kinderfreundliche Schulumgebung, für Schulen im Aargau kostenlos:

  • individuelle Initial- und Konzeptberatungen
  • Projektbegleitungen und Praxisberatung
  • Weiterbildungsveranstaltungen im Kollegium
  • Medien zur Planung und Umsetzung, Aktionsmaterialien
  • für Lehrpersonen, Schulleitungen, Hauswarte, Behörden
  • Kontakt: Naturama Aargau, 062 832 72 61, t.flory@naturama.ch

Schulblatt Nr. 16. 2010, Thomas Flory, Umweltbildung Naturama Aargau