Didaktische Hinweise zu den Expeditionen


1. Ziele


„Expedition Spinnen" verfolgt die Hauptziele:

  • Die Lernenden setzen sich mit der oft unbekannten, mit Vorurteilen behafteten Tiergruppe auseinander.
  • Sie suchen und beobachten draussen selbstständig Spinnennetze und Spinnen.
  • Sie ordnen/bestimmen Netze und Spinnen.


2. Einführung und Vorbereitung


Die Einführung in die Thematik und die Vorbereitung der Exkursionen kann auf verschiedene Arten erfolgen:

  • Selbstständig durch die Lernenden in Gruppen auf der Plattform im Internet oder mittels der CD aus dem Spinnenbag; dies bedingt Zugang zu Computer und Drucker.
  • Geführt durch die Lehrperson mit Hilfe der Unterlagen auf der Plattform oder mit abgewandelten Dokumenten (alle Unterlagen können sowohl als Pdf wie auch als Word-, Exel- bzw. als Powerpointdatei heruntergeladen werden).
  • Bei knappem Zeitbudget und nicht zu grossen Klassen kann das Vorwissen und die Vorgehensweise auch direkt vor Ort eingeführt werden.
  • Bei einer fundierten Untersuchung können die Erfassungsblätter entsprechend erweitert oder ganz neu konzipiert werden.

 


3. Untersuchung draussen


Die Unterlagen sind so aufbereitet, dass weitgehend selbstständiges Arbeiten möglich sein sollte. Es ist aber sinnvoll, für eine räumliche Begrenzung und Aufteilung zu sorgen. Wenn das Ziel eine möglichst vollständige Untersuchung des Schulareals ist, müssen die Arbeitsbereiche der einzelnen Gruppen entsprechend organisiert sein. Auf jeden Fall sollte darauf geachtet werden, dass die Lernenden auch im Jäger- und Sammlerfieber die Spinnen und ihre Netze mit der nötigen Sorgfalt behandeln.


4. Auswertung


Auch die Auswertung kann entsprechend der Zielsetzungen und des Zeitbudgets unterschiedlich erfolgen:

  • Überprüfen der Ergebnisse der Einzelgruppen, Sammeln und Gesamtauswertung
  • Besprechung der Arbeitsmethode: Schwierigkeiten, Grenzen
  • Diskussion der Ergebnisse: Gründe für Gemeinsamkeiten /Unterschiede der Gruppenergebnisse
  • Festhalten und Dokumentieren der Resultate auf einer Kate der Schulumgebung
  • Einsenden der Ergebnisse an biodiversitaet@naturama.ch(wir sind immer an Ihren Erfahrungen und an Rückmeldungen interessiert)
  • Gestalten einer kleinen Ausstellung mit den Ergebnissen und interessanten Zusatz- und Hintergrundinformationen


5. Hinweise zu den einzelnen Expeditionsvorschlägen

a. Spinnen überall

Für diese Exkursion ist nur wenig Vorwissen notwendig. Bei der Zuordnung der gefundenen Netztypen handelt es sich nicht um wissenschaftliche, klar begrenzte Kategorien. Radnetze dürften wenig Schwierigkeiten machen; es gibt aber Übergangsformen zwischen den Netzen mit klaren Deckenstrukturen (wie zum Beispiel die der Baldachinspinnen oder der Hauswinkel- und Labyrinthspinnen) und den unstrukturierten Formen wie die der Zitterspinne oder mancher Kugelspinnen. Bei der Besprechung der Ergebnisse können die Grenzen dieser einfachen Einteilung aufgezeigt und allenfalls auf den Bestimmungsschlüssel für Spinnennetze hingewiesen werden.

 

b. Spinnennetze bestimmen

Wenn die Vorbereitung nicht über die Plattform erfolgt, müssen die Lernenden auch über die Arbeitsmethodik zum Suchen von Spinnen und ihren Netzen instruiert werden (auf der Plattform sind die entsprechende Informationen verlinkt).

Der Schritt 8 im Bestimmungsschlüssel führt manchmal zu Fehlentscheiden, weil die Röhre mancher Netze leicht übersehen wird. Beim vorsichtigen Einsatz des Wasserzerstäubers lassen sich aber zumindest die häufigen Netze der Baldachin- und der Labyrinthspinnen am Verhalten der Bewohner unterscheiden: Labyrinthspinnen eilen meist aus ihrer Röhre afs Netz, Baldachinspinnen hängen meist auf der Unterseite und lassen sich bei Störungen fallen.

 

c. Spinnen bestimmen

Hier lohnt es sich, vorgängig selber Vertreter der wichtigsten Spinnengruppen (zumindest Wolfsspinnen, Netzspinnen, Springspinnen, usw) sowie einen Weberknecht zu sammeln und damit zur Einführung eine kleine Ausstellung zu machen, damit die Lernenden auch das Verhalten und die tatsächliche Grösse der Tiere sehen. Dabei ist zu beachten, dass die Behälter der Tiere nie an der prallen Sonne stehen; Spinne und vor allem Weberknechte ertragen schlecht Trockenheit. Als Gefässe eignen sich vor allem solche, die auch einen guten Blick von unten erlauben wie zum Beispiel Dreiwegbecherlupen (enthalten auch im Spinnenbag des Naturama). Mit diesen Belegtieren können die Lernenden auch den Umgang mit dem Bestimmungsschlüssel üben.

Um die Spinnenvielfalt im Schulareal zu erfassen, müssen nebst den frei jagenden Spinnen auch die Spinnennetze bestimmt werden. Man kann sich aber bei Zeitmangel auf die Spinnen ohne Netze beschränken.

Wenn die Vorbereitung nicht über die Plattform erfolgt, müssen die Lernenden auch über die Arbeitsmethodik zum Suchen von Spinnen und ihren Netzen instruiert werden (auf der Plattform sind die entsprechende Informationen verlinkt). Ebenso verhält es sich mit den Informationen zum Bestimmen von Spinnennetzen.